1903-1932
Kurze Zeit nach der Gründung, zwischen 1903 und 1906, konnte das neu gebaute Spritzenhaus, welches auf dem heutigen Parkplatz neben dem Kastanienspielplatz stand, bezogen werden.
Das Bild zeigt das alte „Spritzenhaus“, das zunächst zwei Rundtore hatte, wie das rechte Tor auf dem gezeigten Bild. Das linke Tor musste jedoch durch ein größeres ersetzt werden, als die neuen, modernen Löschfahrzeuge aufkamen. Leider liegen uns keine weiteren Informationen aus den Vorkriegs- und Kriegsjahren des Ersten Weltkrieges vor. Es wurde nur festgehalten, dass sich im Zeitraum von 1903 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 noch mehrere Männer für den Brandschutz bereit fanden. Während des Krieges musste dieser von den zurückgebliebenen, älteren Kameraden sichergestellt werden, da die jungen Feuerwehrangehörigen zum Militärdienst eingezogen worden waren. Nach Ende des Ersten Weltkrieges fand am 16.09.1919 die erste Generalversammlung der verbliebenen Mitglieder der FFW Mainflingen statt. Man kann sagen, dass die Wehr neu aufgebaut werden musste, da viele der Kameraden nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrt waren. Festgehalten ist auch, dass jeder männliche Einwohner in Mainflingen, der sein 21. Lebensjahr vollendet hatte, 5,- Mark für den sogenannten Feuereimer, der eine Wohnberechtigung darstellte, zahlen musste.
1933-1945
Im Rahmen des 30jährigen Bestehens konnte am 19.11.1933 eine Vereinsfahne eingeweiht werden. Fahnenpate wurde die FFW Stockstadt. 1934 wurde Hermann Bergmann als neuer Kommandant und Johann Josef Gast zu seinem Stellvertreter gewählt. In den folgenden Jahren, bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, konnte die Wehr weiter aufgebaut werden. Dieser Aufbau wurde jedoch 1939 durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gestoppt. Wieder musste der Brandschutz von den älteren Kameraden übernommen werden. Dem Kameraden Valentin Schneider und dessen Nachbarn Sticksel ist es zu verdanken, dass die 1933 angeschaffte Vereinsfahne dem Zugriff der damaligen Machthaber entzogen werden konnte. Alle Vereinsfahnen mussten damals in der Feuerwehrschule in Mainz abgegeben werden, wo sie jedoch im Laufe des Krieges bei einem Bombenangriff vernichtet wurden. Der Tat des Kameraden Schneider und dessen Nachbarn haben wir die Tatsache zu verdanken, dass die FFW Mainflingen eine der ältesten Vereinsfahnen im Land Hessen besitzt. Nach Kriegsende 1945 musste wieder fast von vorne begonnen werden, jedoch hatte die Wehr bei der Beschaffung der Ausrüstung Glück. Das von der Wehrmacht auf dem Feldflugplatz „Schafsweide“ zurückgelassene feuerwehrtechnische Material wurde von den amerikanischen Besatzern für die Bevölkerung frei gegeben. So kam es, dass der damalige Kommandant Hermann Bergmann mit Hilfe einiger Freunde aus Mainflingen diese feuerwehrtechnische Ausstattung für die FFW Mainflingen sichern konnte. Es handelte sich dabei um: 2 Tragkraftspritzen, 1 fahrbaren Kohlensäurelöscher, ca. 1000 m Schlauchmaterial, Saugschläuche, Asbest-Anzüge, Handwerksgerät, Feuerlöscher, Leinen. Man schätzt den Gesamtwert dieser Geräte auf rund 150.000 Reichsmark. Dank dieses Materials war ein guter Wiederbeginn nach dem Krieg möglich. Man kann sagen, dass sich von nun an die feuerwehrtechnische Ausstattung der FFW Mainflingen bis heute ständig verbessert hat.
1946-1956
Am 01.02.1947 wurde in der Generalversammlung der Kamerad Karl Grimm zum 1.Kommandanten und Josef Heng zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Kameraden Grimm und Heng bildeten die erste Führungsspitze nach dem Zweiten Weltkrieg und die Feuerwehr nahm unter ihrer Leitung einen sehr steilen Aufstieg. So konnte in den folgenden Jahren unter anderem, ein gebrauchter Anhänger zum Tragkraftspritzenanhänger umgebaut und dieser mit einer der 1945 bezogenen Tragkraftspritzen bestückt werden. Ebenfalls konnte aus Militärbeständen im Jahr 1952 ein Lieferwagen Fabrikat Horch angeschafft werden. Dieser besaß eine Allradlenkung, sowie einen Allradantrieb. Auf der Ladefläche wurden Sitzbänke montiert und das Fahrzeug zum ersten Mannschaftstransportfahrzeug umgebaut. Dieses bildete mit dem Tragkraftspritzenanhänger den ersten „motorisierten Löschzug“ in Mainflingen. Komplettiert wurde dieser Zug in den folgenden Jahren mit einem Mannschaftstransportfahrzeug und einer manuell zu betreibenden, fahrbaren, hölzernen Drehleiter, die ca. eine Einsatzhöhe von 12 m hatte. 1953 konnte die Feuerwehr ihr 50jähriges Bestehen auf dem Festplatz am alten Sportplatz (heute Lessingstr./ Ecke Brüder-Grimm-Straße) in Mainflingen feiern. Zu dieser Zeit hatte die Wehr 71 Mitglieder. Drei Jahre später, 1956, konnte das 1. moderne Feuerwehrfahrzeug, ein TLF15, angeschafft werden. Die Anschaffung wurde im Rahmen eines Mainfestes gebührend gefeiert.
1957-1964
1957 wurde Wilhelm Kuhn von den Mitgliedern zum 2. Kommandanten gewählt. Karl Grimm blieb weiterhin 1.Kommandant. Der 52.Kreisfeuerwehrtag wurde im Juli 1958 auf dem alten Sportplatz veranstaltet. Dieser verlief dank des Vorstandes unter der Leitung von Karl Grimm sehr erfolgreich. Das 60jährige Bestehen der Wehr konnte 1963 gefeiert werden. Auch damals gab es Großschadenslagen. In alten Einsatzberichten des Jahres 1964 wird der erste Großbrand erwähnt. Am 08.07.1964 entpuppte sich ein Waldbrand, im Bereich der Autobahn A3 und der Verbindung zur heutigen A45, zu dem die Feuerwehr Mainflingen gerufen wurde, als Großschadenslage. Auf Grund der bereits vorangeschrittenen Ausbreitung des Brandes und der mehrere Meter hohen Flammen war schnell klar, dass das vorhandene Material und Personal für eine erfolgreiche Brandbekämpfung nicht ausreichend waren. Umgehend wurden alle Feuerwehren im Umkreis alarmiert. Die A3 musste wegen der starken Rauchentwicklung in diesem Bereich komplett gesperrt werden. Als auch das Material der angeforderten Feuerwehren des Kreises Offenbach nicht mehr ausreichte und sich kein Erfolg bei der Brandbekämpfung einstellte, wurden die umliegenden Feuerwehren aus dem Bundesland Bayern angefordert, sowie die US Armee. Dank der Räumpanzer des Militärs konnten Feuerschneisen in den Wald geschoben und das Feuer somit unter Kontrolle gebracht werden. Die Wasserversorgung erfolgte im Pendelverkehr durch Tankwagen. Die Berufsfeuerwehr Offenbach unterstützte mit ihren Fahrzeugen ebenfalls die Feuerwehr Mainflingen. Die Einsatzleitung übernahm Kreisbrandinspektor Georg Leichter. Am nächsten Tag wurde die Wehr zum Ablöschen der erneut angefachten Brandnester in diesem Bereich eingesetzt. Im Anschluss an diesen Brand musste das TLF15 neu lackiert und dessen Scheiben ersetzt werden. Wegen der enormen Hitze waren diese geplatzt und der Lack hatte Blasen geworfen.
1965-1970
Feuerwehr mit Blick in die Zukunft; Gründung der Jugendfeuerwehr Mainflingen. 1965 konnte dank der tatkräftigen Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Engelbert Heßberger und der Gemeindevertretung das neue und bis heute genutzte Feuerwehrhaus in der Humboldtstraße eingeweiht und bezogen werden. Am 13.11. des gleichen Jahres wurde die Jugendfeuerwehr Mainflingen gegründet. Erster Jugendwart wurde Oscar Grimm. Im Gründungsjahr traten 22 Jugendliche der Jugendfeuerwehr bei. In den folgenden Jahren konnte ein stetiges Anwachsen der Mitglieder in Einsatzabteilung, Jugendfeuerwehr und Feuerwehrverein verzeichnet werden. Der Brand in einer Montagehalle der Firma Klug und Krammig in Mainflingen stellte die Wehr am 17.01.1967 vor eine schwere Aufgabe. Da das Feuer in der Nacht nicht gleich entdeckt wurde, fand die um 03:00 Uhr alarmierte Wehr einen Vollbrand der Montagehalle vor. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch sehr schwierig, da sich in der Montagehalle Schweißgeräte und gelagerte Lacke befanden, an die kein Herankommen möglich und somit an eine Bergung nicht zu denken war. Erschwerend kam hinzu, dass die Temperatur in dieser Nacht weit unter 0°C lag und das Löschwasser gefror. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Nachmittag des folgenden Tages an.
1971-1976
Wegen Meinungsverschiedenheiten zu einer Fahrzeugbeschaffung zwischen der Wehrführung und Gemeindeverwaltung trat 1971 die Einsatzabteilung komplett vom aktiven Dienst zurück. Der Brandschutz für Mainflingen wurde bis zu den Neuwahlen für 4 Wochen, von der Feuerwehr Seligenstadt sichergestellt. Bei den Neuwahlen der Feuerwehrführung 1972 wurde Karl Jung zum 1.Kommandanten und Vereinsvorsitzenden gewählt. Paul Steigerwald wurde in beiden Ämtern zu seinem Stellvertreter gewählt. Dank des beherzten Eingreifens dieser beiden Männer in die Geschichte der Wehr konnte der Brandschutz in Mainflingen sicher gestellt werden. Unter der Führung von Karl Jung und Paul Steigerwald begann ein Neuanfang von dem aus sich die Wehr bis heute weiterentwickelte. Der Grundstein der Verschwisterung zwischen Mainflingen und Pöls wird gelegt. 1971 trafen sich, eher zufällig, die damaligen Bürgermeister der Gemeinden Pöls (Österreich), Ottmar Gall, und Mainflingen, Engelbert Heßberger, beim Europäischen Städtetag in London. Bereits ein Jahr später fand, im Rahmen der Einweihungsfeier des Bürgerhauses Mainflingen, die Verschwisterungsfeier zwischen den beiden Gemeinden Pöls und Mainflingen statt. An dieser Feier nahmen auch erstmals Feuerwehrkameraden aus der Steiermark teil. Aus diesem ersten Besuch entstand im Laufe der Jahre eine sehr enge Freundschaft zwischen den beiden Wehren, die auch heute noch intensiv gepflegt wird.
1977-1987
Im Jahr 1977 wurde in Hessen die Gebiets- und Verwaltungsreform durchgeführt. Aus den beiden selbstständigen Gemeinden Mainflingen und Zellhausen wurde Mainhausen. Dies machte eine Neuorganisation der beiden Ortsteilfeuerwehren notwendig. Hierzu wurde erstmals das Amt des Ortsbrandmeisters (heute Gemeindebrandinspektor) besetzt. Eginbert Hartig von der Ortsteilfeuerwehr Zellhausen wurde bei dieser Wahl zum Ersten Ortsbrandmeister gewählt, sein Stellvertreter wurde Karl Jung aus der Ortsteilfeuerwehr Mainflingen. 1983 konnte die Feuerwehr Mainflingen auf ihr 80jähriges Bestehen zurückblicken. Man veranstaltete eine Großübung mit allen benachbarten Wehren und ein Jubiläumsfest auf dem Festplatz am Main. Ein Jahr später 1984 konnte die Wehr aus den Händen des Bürgermeisters Rainer Poller einen neuen Mannschaftstransport-Wagen (MTW) und ein neues Rettungsboot in Empfang nehmen. Im selben Jahr ließ man ein Duplikat der nun 51 Jahre alten Vereinsfahne anfertigen, die wegen ihres Alters restauriert werden musste. Die Fahnenweihe wurde im August 1984 im Rahmen eines Sommerfestes zusammen mit dem neuen Fahnenpaten, der Feuerwehr Sailauf, zünftig mit Blasmusik gefeiert.
1988-1991
Am 10.06.1988 fand eine Katastrophenschutzübung unter Mitwirkung der DLRG Mainflingen, Mühlheim, Hanau und Seligenstadt, sowie der Feuerwehr Mainflingen und dem THW Seligenstadt an der Bongschen Grube statt. Hierbei sollte die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen sowie der gleichzeitige Einsatz der verschiedenen Boote und Taucher geübt werden. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden als Wehrführer Armin Schmidt, als Stellvertreter Joachim Unkelbach und als Jugendwart Stefan Kemmerer gewählt. Karl Jung schied nach langjähriger Tätigkeit in der Wehrführung als Wehrführer aus, wurde aber anlässlich der Jahreshauptversammlung im Januar 1989 in Anerkennung seiner Verdienste für die Feuerwehr Mainflingen einstimmig zum Ehrenkommandanten gewählt.
1992-1996
1992 beteiligte sich die Feuerwehr erstmals an der Gestaltung der Projektwoche der Anna-Freud-Schule. 14 Kindern konnte die Arbeit der Feuerwehr, unter Betreuung des Wehrführers Armin Schmidt und seinem Stellvertreter Joachim Unkelbach, näher gebracht werden. Im Jahr ihres 90jährigen Bestehens konnte die Freiwillige Feuerwehr Mainflingen anlässlich des 87. Kreisfeuerwehrtages unter den Gästen auch den Bürgermeister Dieter Gröning, den Landrat und den Bundestagsabgeordneten, sowie Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes und den Kreisbrandinspektor Hubert Merget und seinen Stellvertreter Helmut Rühl begrüßen. Im März des Festjahres wurde Armin Schmidt zum Gemeindebrandinspektor ernannt und schied auf eigenen Wunsch als Wehrführer und Vereinsvorsitzender aus. Das Amt des Wehrführers und des Vereinsvorsitzenden übernahm Joachim Unkelbach.
1997-2002
Im Oktober 1997 kollidierte ein Frachtschiff, mit einem Tankschiff, auf dem Main in Höhe Klein- Welzheim. Gerufen wurde die Feuerwehr Mainflingen mit dem zur Unterstützung der Kollegen aus Seligenstadt und Klein-Welzheim. Taucher der Feuerwehr Maintal untersuchten den Frachter, der auf der Steuerbordseite einen Riss von 6 m Länge und 15-20 cm Breite aufwies. Am 30.03.1998 kam es zu zwei Einsätzen in Folge. Am Morgen wurde die Feuerwehr zu einem Hilfeleistungseinsatz in die Brüder-Grimm-Straße, Höhe Bürgerhaus gerufen. Bereits 1 1/2 Std. später kam es zum zweiten Einsatz, einem Dachstuhlbrand in der Harreshäuser Straße im Ortsteil Zellhausen, bei dem die Feuerwehr Mainflingen unter anderem zur Unterstützung gerufen wurde. In den Jahren 1999 bis 2002 waren keine erwähnenswerten Einsätze zu verzeichnen. Am 10. November 2001 wurde Bernhard Malsy im Rahmen des Kameradschaftsabends für 41 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt. Aufgrund des Erreichens des 60. Lebensjahres schied er aus der Einsatzabteilung aus. Er bleibt der Wehr jedoch in der Alters- und Ehrenabteilung sowie dem Vorstand erhalten.
2003 – 2008
Im Jahr 2003 fand anlässlich des 100jährigen Bestehens der Feuerwehr Mainflingen ein 4-Tages Fest am Festplatz in Mainflingen statt. Dies wurde vom 29.05. bis zum 01.06.2003 veranstaltet. Im Rahmen dieses Festes spielten verschiedene Musikgruppen wie Midnight Projekt und Die Allgeier. Es wurde eine Beachparty und eine Vereinsolympiade im Festzelt veranstaltet. Weiterhin gab es einen großen Festzug durch Mainflingen. Während des Festes fand auch die Rückverschwisterungsfeier der Gemeinde Mainhausen und Pöls statt. Den Abschluss bildete ein gewaltiges Feuerwerk.
Das Jubiläumsjahr war leider auch im Einsatzbereich sehr wechselhaft. Zu Beginn des Jahres starben bei drei schweren Verkehrsunfällen auf der L2310 drei Personen. Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehren Mainhausens gab es in Folge zwei Alarmierungen. Einmal brannte ein Müllcontainer, kurz darauf musste ein Kellerbrand in der Hauptstraße in Mainflingen gelöscht werden.
Zum Ende des Jahres konnte als Ersatz für das LF16 ein neues Löschfahrzeug ein HTLF 16/25 in Dienst gestellt werden. Auf diesem Fahrzeug sind nun Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung, eine Winde, ein Plasmaschneidgerät und ein komplett neues Löschsystem eingebaut. Bei dem Löschsystem handelt es sich um eine sogenannte Druckluftschaumanlage. Diese erhöht den Löscherfolg.
Heute
Aus Geschehen wird Geschichte, in deren Verlauf die Entwicklung und der Aufbau der Feuerwehr Mainflingen stetig vorangetrieben wurde. Aus diesem Aufbau resultiert eine heute gut ausgebildete und ausgerüstete Wehr, die zu jeder Tages- und Nachtzeit, gemeinsam mit der Feuerwehr Zellhausen, den Einwohnern Mainhausens im Notfall zu Hilfe eilt.
